“Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen!”Na, wie oft haben Sie diesen Satz in der letzten Woche zu Ihrem Kind gesagt? Dabei kennen wir es doch alle: Unangenehme Aufgaben schieben wir gerne, bis es nicht mehr geht, vor uns her. Für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende hat ein solches Verhalten oft schlimme Folgen. Wenn nicht ausreichend für den nächsten Test gelernt wird oder die Abgabefrist der Facharbeit in greifbare Nähe rückt und alles bis dato Vorweisbare ein leeres Blatt Papier ist, hagelt es schnell Noten jenseits von “befriedigend”. Sollte das verhäuft bei Ihrem Kind der Fall sein, so ist es vermutlich nicht einfach nur faul. Hinter diesem Verhalten verbirgt sich ein Muster, in welches wir alle von Zeit zu Zeit fallen und das auf Deutsch den schönen Namen „Aufschieberitis“ trägt. Wenn diese Aufschieberitis krankhaft wird, spricht man von „Prokrastination“. [1]  Was das ist, wie man es erkennt und vor allem, wie Sie Ihre Kinder bei der Bewältigung von Prokrastinationsverhalten unterstützen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Prokrastination und Aufschieberitis: Bedeutung

Prokrastination ist die wissenschaftliche und medizinische Bezeichnung für krankhaftes Aufschiebeverhalten. In Deutschland gebraucht man daher umgangssprachlich den Begriff “Aufschieberitis”.

Aufschiebeverhalten ist dadurch gekennzeichnet, dass sich den wichtigen (und meist eher unangenehmen) Dingen des Lebens nur mit sehr viel Anstrengung gewidmet wird oder erst, wenn die Deadline in unausweichliche Nähe rückt.

Dabei ist ein solches Verhalten nicht pauschal zu verwechseln mit Faulheit! Aufschieben bedeutet oft nicht Nichtstun. Vielmehr bedeutet es, nicht das zu tun, was eigentlich gerade oberste Priorität hat. Aufschieberitis kann die Ausmaße einer ernsthaften Arbeitsstörung annehmen. Außerdem kann sie als Symptom von psychischen Störungen wie ADHS, Depression oder einer Angststörung auftreten. In diesen Fällen ist es von oberster Priorität, die Ursachen zu behandeln. Die Uni Münster und die Freie Universität Berlin haben sogar schon eine Prokrastinationsambulanz in ihren Häusern eingerichtet, sodass sich dem Problem auch von institutioneller Seite angenommen werden kann. [1]

Aufgaben vor sich her zu schieben, ist ein Verhalten, das wohl annähernd jedes Kind und jeder Erwachsene von Zeit zu Zeit an den Tag legt. Sollten Sie jedoch das Gefühl haben, dass Ihr Kind sich zunehmend den Herausforderungen des Lebens entzieht oder Sie zusätzlich eine Wesensveränderung feststellen, so suchen Sie bitte eine medizinische Fachkraft auf!

Der Begriff “Prokrastination” wird mittlerweile auch außerhalb von wissenschaftlichen  oder medizinischen Kontexten umgangssprachlich gebraucht. Da wir jedoch eine Trennung ziehen möchten, zwischen pathologischem Aufschiebeverhalten, welches eine professionelle Behandlung benötigt und dem inneren Schweinehund, den es zu besiegen gilt, werden Prokrastination und Aufschieberitis in diesem Beitrag nicht synonym verwendet.

Zugrundeliegende Ursachen für Aufschieberitis

Die Prokrastinationsambulanz der Uni Münster ist ein Angebot für Studierende, welche in so besonders starkem Maße an Aufschieberitis leiden, dass sie sich negativ auf ihren Erfolg im Studium auswirkt. In der universitären Ambulanz können die Lernenden professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen. Auf der Internetseite der Prokrastinationsambulanz Uni Münster werden kurz und knapp Prokrastination fördernde Ursachen aufgezählt sowie erste Lösungsansätze präsentiert.

Faktoren die ein Aufschiebeverhalten fördern, sind:

  • fehlerhafte Planung
  • Probleme mit dem Zeitmanagement
  • geminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Nichtverstehen/Abneigung (gegenüber) der Aufgabe
  • Schwierigkeiten beim setzen von Prioritäten
  • eigene Fehleinschätzung der Leistungsfähigkeit
  • Probleme, alternativen Handlungsmöglichkeiten zu widerstehen

Bewährte Bewältigungsmechanismen sind:

  • das Setzen von realistischen Zielen
  • Strukturierung der Arbeit und des Arbeitsverhaltens
  • Resistenzentwicklung gegenüber Ablenkungsquellen
  • Widerstehen von Handlungsalternativen
  • Umgang mit negativen Gefühlen
  • systematische Veränderung der Arbeitsgewohnheiten; Konditionierung

Im weiteren Verlauf des Beitrages werden Ihnen konkrete Methoden und Ratschläge dargelegt, um Ihr Kind im Kampf gegen den inneren Schweinehund kompetent beiseite stehen zu können.

First things first – EAT THE FROG!

Keine Sorge, hier wird niemand dazu aufgefordert, mit dem Verspeisen einer Kröte in den Tag zu starten. Vielmehr verbirgt sich hinter dem Ausspruch die Mutter aller Tipps gegen Aufschieberitis. Die amerikanische Redewendung ist eine Entlehnung aus der Zeitmanagementtheorie und besagt ganz simpel: Die wichtigste Aufgabe des Tages wird direkt am Morgen erledigt. [2]

Sie kennen das sicher von sich selbst. An diesem einen Samstag haben Sie sich fest vorgenommen, endlich die Steuererklärung fertig zu machen und ein paar Rechnungen müssen unbedingt noch gezahlt werden. Nach dem Aufstehen fällt Ihnen jedoch auf, wie schön das Wetter doch heute ist und eigentlich brauchen SEat the Frog - Tipps gegen Aufschieberitisie ja auch noch Milch. Also beschließen Sie, den Tag mit einem ausgiebigen Spaziergang zu beginnen und anschließend noch fix einkaufen zu gehen. Im Park treffen Sie dann Freunde, mit denen Sie noch schnell einen Kaffee trinken und vielleicht noch einen Happen Essen gehen, es ist ja schließlich auch Wochenende. Der Tag ist so schön und die anfänglichen Gewissensbisse, rücken immer mehr in Vergessenheit. Nachdem Sie dann am Nachmittag den völlig überfüllten Supermarkt leicht gereizt verlassen und heimkommen, ist Ihre Motivation die Steuer jetzt noch zu machen, bereits auf dem Nullpunkt. Und außerdem muss die Wäsche noch gewaschen werden und ein bisschen Gartenarbeit zur Entspannung und um den Kopf frei zu bekommen, möchten Sie sich auch noch gönnen. Ganz ähnliche Verhaltensmuster werden Sie auch bei Ihren lieben Kleinen feststellen. Und Mit dem Motto: “Morgen ist auch noch ein Tag”, beginnt die Spirale.

Die Theorie, die sich hinter “Eat the Frog” verbirgt, ist plausibel: Die wichtigste Aufgabe des Tages (und sei sie noch so unangenehm), wird direkt zu Beginn erledigt! Frisch ausgeschlafen sind sowohl Sie, als auch Ihre Kinder voller Kraft. Wir sind morgens nahe der Spitze unserer mentalen Stärke. Außerdem stellt sich gleich im ersten Teil des Tages ein Erfolgserlebnis nach Beendigung der Aufgabe ein. Dies hat einen positiven Effekt auf die Stimmung und Motivation für den restlichen Tag.

Problemorientierte Lösungsansätze

Am effektivsten lässt sich Aufschieberitis ursachenorientiert besiegen. Jeder Mensch schiebt aus anderen Gründen auf und diese Gründe gilt es herauszufinden, um Prokrastination bekämpfendann Strategien zu entwickeln, die Abhilfe verschaffen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Jedoch ist auch Willenskraft wie ein Muskel trainierbar. Das Stichwort lautet hier: Konditionierung. Wer sich über einen langen Zeitraum unangenehmen Aufgaben entzieht, wird nicht von heute auf morgen damit aufhören können. Auch die Methoden, die im Folgenden für Sie zusammengetragen wurden, werden nicht ad hoc zu einer Implementierung der neuen Verhaltensmuster führen. Es ist also von größter Bedeutung, Geduld zu bewahren und gemeinsam mit Ihren Kindern kontinuierlich am Ball zu bleiben, um neue Routinen zu verinnerlichen.

Bei der Frage nach dem Stand seiner Hausaufgaben, hören Sie von Ihrem Kind immer wiederkehrende Ausreden? Hier lohnt es sich, genau zuzuhören! Denn die gewählten Ausflüchte können einen Hinweis darauf geben, welche Probleme den Nährboden für das Aufschiebeverhalten bilden.

Ausrede Nr. 1:        Ich habe noch Zeit!

Eine häufige Ursache bei Aufschieberitis, ist die permanente Unterschätzung des Arbeitsaufwands. Die Folgen sind dann oft lückenhafte Resultate oder sogenanntes “Bulimie-Lernen”. Also Lerninhalte kurzfristig in sich hinein zu stopfen und im Test auszuspucken, um sie unmittelbar danach zu vergessen. Sollte dies der Fall sein, so können folgende Tipps zu einer Besserung führen:

Deadline selbst vorverlegen!

Ihr Kind hat für die Anfertigung eines Referats vier Wochen Zeit. Diese Aufgabe wird drei Wochen ignoriert. Schließlich steht das Referat ja auch ganz weit hinten im Hausaufgabenheft. Hier hilft es, sich die die Abgabefrist selbst vorzuverlegen. Machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Termin aus, zu welchem bereits erste Ergebnisse präsentiert werden sollen, das hat den zusätzlichen Vorteil, die Arbeit gegebenenfalls überarbeiten zu können, um optimale Resultate zu erzielen.

Mit Mitschülern austauschen!

Und in Erfahrung bringen, wie lange diese für das Erledigen von vergleichbaren Aufgaben gebraucht haben. Dies verschafft einen Eindruck vom Umfang, der für diese Leistung zu erbringenden Arbeit.

Die Fifty-Fifty-Regel anwenden!

Sie ist eine bewährte Methode im Zeitmanagement. Ihr liegt die Idee zugrunde, die angenommene Arbeitszeit, welche benötigt wird, um ein Projekt zu beenden, zu verdoppeln. Das schafft zum einen einen Puffer für etwaige unerwartete Zwischenfälle, wie z.B. dem Streiken der technischen Geräte oder einer Schaffenskrise. Außerdem gibt sie einem die Möglichkeit, spontan umdisponieren zu können. Besonders in den Sommermonaten locken viele Alternativen. Bei schönem Wetter lädt die beste Freundin oder der beste Freund zum Freibadbesuch ein und diesem Angebot zu widerstehen führt nicht zwangsläufig zu schnelleren Ergebnissen. Eher ist Demotivation das Resultat und ein darauf folgendes schleppendes Vorankommen. Das Anwenden der Fifty-Fifty-Regel führt also zu einem Zeitkontingent, das sowohl positive als auch negative Zwischenfälle locker auffängt.

Ausrede Nr. 2:        Ich bin überfordert!

Dieses Problem tritt oft bei umfangreichen Aufgaben auf. Nicht selten fühlen sich die Schülerinnen und Schüler größeren Projekten, wie zum Beispiel dem Erstellen einer Facharbeit, nicht gewachsen.

Teilen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Aufgabe in kleine Schritte ein!

Mit dem Erreichen eines Ziels, also dem Beenden einer Aufgabe, wird bei uns Menschen das Belohnungszentrum aktiviert. Nun neigen wir leider dazu, kurzfristige Belohnungen, längerfristigen vorzuziehen. Das tun wir, obwohl das Erlangen längerfristiger Ziele meist einen höheren Mehrwert darstellt. Die Lösung ist hier jedoch wirklich simpel. Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Aufgabe durch, zerlegen Sie sie in Teilschritte und setzen Sie für diese wiederum Deadlines fest. Wenn Sie diese Methode zum ersten Mal uJunge kämpft mit Aufschieberitis.msetzen, ist es empfehlenswert Ihr Kind für jeden Teilerfolg zu belohnen. Dabei genügt bereits ein umfangreiches Lob und Anerkennung. Die positive Verstärkung regt ebenfalls das Belohnungszentrum an und führt dadurch zu einer rascheren Konditionierung des gewünschten Verhaltens. Wenn Sie diese Methode einmal erfolgreich gemeinsam umgesetzt haben, so ist es von großer Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind die nächste große Aufgabe so ganz selbstständig bewältigen kann.

Mise en Place!

Der Ausspruch stammt aus der Gastronomie und bedeutet frei übersetzt, sich einzurichten. Was in Großküchen funktioniert, funktioniert auch am heimischen Schreibtisch. So oder so ähnlich. Köchinnen und Köche präparieren ihre Werkstelle mit allen Materialien, welche sie für den entsprechenden Arbeitsschritt benötigen. Genauso sollte man auch mit dem eigenen Arbeitsplatz umgehen.

Dies hat vor allem einen psychologischen Effekt. In einem aufgeräumten und geordneten Umfeld fällt es uns viel leichter, uns zu konzentrieren. Des Weiteren erinnert der vorbereitete Schreibtisch an das, was zu tun ist. Schon am Vorabend den Schreibtisch aufräumen und alle erforderlichen Unterlagen parat legen, erleichtert am Folgetag den Einstieg in die Arbeit immens.

Ausrede Nr. 3:        Ich kann das eh nicht!

Wenn Versagensangst die Ursache für das Nichterledigen von Aufgaben ist, so dient die Aufschieberitis als Strategie zum Selbstwertschutz. Bewusst oder unbewusst werden Projekte vor sich her geschoben, damit sich bei ungenügenden Resultaten auf die Ausrede gestützt werden kann, dass lediglich der Zeitfaktor das Problem war. Dieses Verhalten könnte auf ein vermindertes Selbstwertgefühl Ihres Kindes hinweisen. In diesem Fall müssen Sie als Eltern aktiv werden!

Nehmen Sie die Erfolge Ihres Kindes wahr!

Und kommunizieren dies auch. Nach den ersten Schritten oder den ersten verständlichen Worten, welche die Kleinen hervorbringen, erfahren sie von ihren Eltern viel Lob und Freude. Mit zunehmendem Alter der Kinder jedoch, läuft man Gefahr, ihre Entwicklungsschritte als selbstverständlich anzunehmen und vielleicht sogar nur noch einen Blick für die Probleme oder Misserfolge der Kinder zu haben. Dies kann unter Umständen fatale Folgen haben und das Selbstwertgefühl Ihres Kindes mindern. Oft genügt hier schon etwas mehr Aufmerksamkeit und von Zeit zu Zeit ein aufrichtiges Lob.

Reden Sie mit Ihrem Kind!Keine Hilfe bei Aufscheberitis

Dieser Ratschlag mag vielleicht trivial wirken, schließlich werden Sie jeden Tag mit Ihren Kindern Unterhaltungen führen. Allerdings tendieren erwachsene Menschen dazu, kindliche Gefühlswelten nicht so ernst zu nehmen, wie die eigenen und nicht richtig zuzuhören. Wenn die Sprösslinge ihre Probleme kundtun, so erteilen Erwachsene gerne Ratschläge oder versuchen, die Schwierigkeiten ihrer Kinder stellvertretend zu lösen. Für den Aufbau seines Selbstbewusstseins, muss der Mensch selbst in der Lage sein, seine Probleme eigenständig zu lösen. Aktives zuhören umfasst das Beseitigen von Störfaktoren, wie dem Handy oder den Fernseher, sowie das Stellen von Rückfragen und die gemeinsame Ermittlung von Lösungsansätzen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es Selbstverantwortung für sein Handeln trägt und dass Sie ihm Vertrauen.

Weitere nützliche Tipps wie Sie das Selbstbild Ihres Kindes stärken und somit die Aufschieberitis beseitigen können, erhalten Sie in unserem Artikel zum Thema: Mindsets – die Psychologie des Lernens und Lehrens.

Ausrede Nr. 4:        Ich will nur noch schnell das Video schauen!

Heutzutage ist das Internet allgegenwärtig. Bereits in der Grundschule kommen die Kinder, auch im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung, mit der bunten Onlinewelt in Kontakt. Sie bietet sie so viele Möglichkeiten und Informationen, um sich breit bilden zu können. Natürlich aber auch sehr viel Ablenkung von den aktuellen zu erledigenden Aufgaben. Wenn Ihr Kind aus eigenem Antrieb nicht dazu imstande ist, während der Anfertigung der Hausaufgaben den Verlockungen des World Wide Web zu widerstehen, dann ist der einzige Lösungsansatz:

Hausaufgaben werden offline erledigt!

Nehmen Sie notfalls während der Hausaufgaben das Telefon Ihres Kindes in Gewahrsam. In den meisten Fällen, besonders in der Grundschulzeit, ist die Arbeit am PC oder Tablet noch nicht gefordert. Sollte Ihr Kind jedoch auf eine Schule gehen, die bereits früh Medienkompetenzen lehrt und das heimische Arbeiten am Computer voraussetzt, so richten Sie eine Internet-Kindersicherung ein! Diese gibt es sowohl in kostenfreien als auch kostenpflichtigen Versionen mit verschiedenen Funktionen. So können Sie Ihre Kinder nicht nur vor expliziten Inhalten schützen, sondern auch die Social Media Kanäle, wenigstens für eine bestimmte Zeit, unzugänglich schalten. Der Clou: kindgerechte Suchmaschinen sind oft in den Paketen inbegriffen, so kann trotzdem für die Hausaufgaben recherchiert werden.

Ausrede Nr. 5:        Ich habe aber keinen Bock!

Menschen haben Leidenschaften, da stehen die Kinder den Erwachsenen auch in nichts nach. Die eine verbringt ihre ganze freie Zeit mit dem Studium der verschiedenen Tierarten, der andere ist schon früh ein absoluter Büchernarr. Geht es nun aber um die Erledigung von Aufgaben in weniger passionierten Bereichen, wird schnell resigniert. Was aber tun, wenn Ihr Kind so gar keinen Zugang zu einem bestimmten Fach in der Schule findet?

Fördern Sie die Talente Ihrer Kinder!

In alternativen Schulkonzepten gibt es bereits gar keine determinierten Lehrpläne mehr. Diese Bildungsinstitutionen setzen auf die freie Entfaltung der Kinder uTalente fördern. Tipps gegen Prokrastinationnd auf gezielte Interessenförderung. Leider sind solche Schulen fast ausschließlich privatisiert und somit nicht für alle zugänglich. Wenn Ihr Kind aber beispielsweise einen Hang zu den Naturwissenschaften hat, dafür aber Sprachen eine große Hürde darstellen, so ist es nicht notwendigerweise die richtige Schlussfolgerung, mehr Zeit in das Lernen von Sprachen zu investieren und dafür das, worin Ihr Kind wirklich leistungsstark und motiviert ist, in den Hintergrund rücken zu lassen. Das wird zwangsläufig zu einer Null-Bock-Haltung führen.

Ziehen Sie alternative Lernmedien heran!

Nun können zugegebenermaßen verhasste Schulfächer nicht komplett ignoriert werden. Wenn wir uns innerlich stark gegen das Lernen sträuben, so werden auch keine erfolgversprechenden Resultate erzielt werden können. Setzen Sie in diesen Fällen auf alternative Lernmethoden oder -medien, wie beispielsweise Lern-Apps. Mittlerweile gibt es zuverlässige Programme für nahezu jedes Schulfach. Die Apps verbinden geprüfte Strategien mit Spaß am Lernen und führen zu einem erheblich schnelleren Lernerfolg. So bleibt viel Zeit, um den eigenen Leidenschaften nachzugehen. Scheuen Sie sich hier auch nicht davor, ein paar Euro in die Applikation zu investieren – Qualität hat ihren Preis.

Tschüss Schweinehund!

Zwei Aktenablagen, beschriftet mit Unerledigt bzw. Erledigt. Alle Akten sind in der 'Erledigt'-Ablage

Die hier zusammengetragenen Tipps, wie Sie Aufschieberitis besiegen, konnten Ihnen hoffentlich einige Denkansätze bieten, um den inneren Schweinehund Ihres Kindes – und vielleicht auch Ihren eigenen – bald ein für allemal begraben zu können. Es gibt keine Patentlösungen. Für einen langfristigen Erfolg hat Geduld und Konsequenz oberste Priorität. Wenn die Methoden aber erst einmal verinnerlicht sind, steht einem gewinnbringenden Bildungsgang nichts mehr im Wege.

 

 

[1] https://www.uni-muenster.de/Prokrastinationsambulanz/prokrastination.html (Zugriff: 6/18)

[2] Tracy, Brian (2014): “Eat That Frog. 21 Wege, um sein Zaudern zu überwinden und in weniger Zeit mehr zu erledigen.”, 13. Aufl., Offenbach am Main: GABAL Verlag.