“Das interessiert mich nicht die Bohne!”

Ist eine Bohne besser als keine Bohne?Bohnen sind wahrscheinlich für viele Menschen kein besonders interessantes oder spannendes Lebensmittel. Dabei sind sie nicht nur gesund, sondern lassen sich auch zu vielseitigen Gerichten verarbeiten. Aus der texanischen Küche sind Bohnen beispielsweise gar nicht wegzudenken. Dort werden sie beispielsweise als leckere Pasten oder in bunten Eintöpfen serviert. Die kulinarischen Eigenschaften der Bohne sind es also eher nicht, die diese Redewendung hervorgebracht haben.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist übrigens, dass Bohnen (neben Fleisch, Mais, Paprika und anderem Gemüse) Hauptbestandteil des beliebten Gerichts Chili con Carne sind. Das traditionell texanische Chili besteht allerdings im Wesentlichen aus zwei Zutaten, wie der Name schon verrät: Chilis und Rindfleisch.

Das Sprichwort hat vor allem etwas mit der Größe der Hülsenfrüchte zu tun. Ist dir mal aufgefallen, dass Bohnen selten im Singular verwendet werden? Das liegt daran, dass Bohnen nicht alleine, sondern erst gemeinsam mit vielen anderen Bohnen zu einem nahrhaften Mahl werden, von dem ein Mensch auch satt werden kann. Mit einer einzelnen, kleinen Bohne kann man für gewöhnlich nicht so viel anfangen, geschweige denn davon satt werden. Wenn uns also etwas “nicht die Bohne” interessiert, ist es unsere Aufmerksamkeit nicht wert.[1]

Bohnen in den Ohren haben

Hast du Bohnen in den Ohren?

Hast du Bohnen in den Ohren?

Wenn wir “Du hast wohl Bohnen in den Ohren!” sagen, sind wir für gewöhnlich darüber verärgert, dass uns unser Gegenüber scheinbar absichtlich nicht zuhören möchte. Der Bohnenvergleich ist höchstwahrscheinlich zustande gekommen, weil die Form einer Bohne so aussieht, als könne sie unseren Gehörgang – ähnlich wie Kopfhörer – passgenau verschließen. 

Als der in New York aufgewachsene Schlagersänger Gus Backus in den 1960er Jahren nach Deutschland kam und von da an deutsche Liedtexte mit amerikanischem Akzent sang, machte er die Redensart mit dem Song “Bohnen in die Ohren” zu einem geflügelten Wort.[2]

 

“Und schreit auch alle Leute:

“Der hat Bohnen in die Ohr’n

Bohnen in die Ohr’n!”

Ja das kann ich gar nicht hören …

Ich hab Bohnen in die Ohr’n”

Gus Backus - Bohnen in die Ohren [3]

Na, auf den Geschmack gekommen?

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Quellen: [1] [2] [3]

 

Autorin Carla: Als Werkstudentin bei phase6 und eine der Hauptverantwortlichen des Online-Magazins verfasse ich regelmäßig Artikel für das phase6 Magazin und das Magazin für Lehrkräfte. Mit besonderer Vorliebe widme ich mich spannenden Themen rund um die Psychologie des Lernens in Theorie und Praxis.