Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

Abstrakte Graphik von einem Vogel, der auf einer Hand sitzt.Der Ursprung dieses Sprichworts kann nicht eindeutig geklärt werden, dennoch ist es in verschiedenen Variationen und in diversen Sprachen vertreten. Sinngemäß bedeutet die Redewendung, lieber den kleinen sicheren Vorteil zu nutzen, statt nach einem unsicheren Abstrakte Grafik von einer Taube.großen Vorteil zu gieren. Die Italiener waren hierbei nicht ganz so spezifisch, dort verwendet man äquivalent: „Besser ein Ei heute als ein Huhn morgen.“ Warum genau im Deutschen Spatz und Taube die Metaphern bilden, kann höchstens vage auf das Lukas-Evangelium zurückgeführt werden, denn hier heißt es: „Habt keine Angst: Ihr seid Gott mehr wert als ein ganzer Schwarm Spatzen!“[1]

Da brat mir einer einen Storch!

Zu vorchristlichen Zeiten war es noch Gang und Gäbe, ein jedes Federvieh zu einem leckeren Braten zu verarbeiten. Für dich vielleicht unvorstellbar, aber auch Pfauen, Schwäne und eben Störche landeten auf den Tellern deiner Vorfahren. Erst mit der Verbreitung des Christentums wurden sie von den Speiseplänen der Europäer gestrichen – und zwar konsequentStorch. Denn das Alte Testament schreibt den Gläubigen genau vor, welche Tiere sie essen dürfen und welche verschont bleiben müssen. Der im Dritten Buch Mose als unrein beschriebene Storch verschwand demzufolge von den Speisekarten. Auf den Schweinebraten, der eigentlich ebenfalls verboten wurde, konnten die Christen anscheinend nicht verzichten.

Mit der Zeit mauserte sich der Storch zu einem regelrechten Glücksbringer. Das machte es für die Menschen noch unvorstellbarer, den Vogel zu einem Braten zu verarbeiten. Wenn heutzutage etwas unvorstellbares geschieht, so zeigen einige Leute ihre Verwunderung mit dem Ausruf: “Da brat mir doch einer einen Storch!”[2]

Zeitungsente

Ein Schwan

Das ist eine Ente.

Die vornehmlichen Habitate dieser possierlichen Tierchen sind meist die Klatschspalten der etablierten Printmedien. Zeitungsenten, oder Neudeutsch: Fake News, sind dabei weder die Nachkommen Donald Ducks noch eine Erfindung von Donald Trump. Nichts weniger als die Sprachgewandtheit Martin Luthers verlieh diesem Wort die Flügel. Jener bezeichnete einst eine Legende über Franz von Assisi als “Lugende”. Eine Mischung aus “Lug” und “Legende” – schönes Wortspiel, oder? Über die Zeit wurde aus Ende eben Ente. Eine Zeitungsente ist also einfach eine erfundene Nachricht.[2]

Weiß der Geier…

Geier…ist nicht nur der Titel eines der bekanntesten Lieder von Wolfgang Petry, sondern auch eine weit verbreitete Redensart. Im Mittelalter stand der Geier stellvertretend für den Teufel. Wahrscheinlich aus dem Grund, weil es sich bei Geiern um Aasfresser handelt. “Weiß der Geier” steht also synonym für: “Weiß der Teufel!”[2]

Wie der Phönix aus der Asche

PhönixÄhnlich wie der Schweinehund und die Wollmilchsau ist auch der Phönix ein Fantasiewesen. Der Mythos um den großen, roten Vogel reicht bis ins alte Ägypten zurück. Dort trug er den Namen Benu, was so viel heißt wie: der Neugeborene. Denn ein Phönix kann nicht sterben. Am Ende seines Lebenszyklus geht er in Flammen auf, um dann aus einem Haufen Asche wieder verjüngt aufzuerstehen.[3]

Das Sprichwort wird daher verwendet, wenn jemand nach einer Niederlage oder einem Schicksalsschlag gestärkt in das Leben zurücktritt.

 

Wissen, wie der Hase läuft...

… mit weiteren spannenden Beiträgen rund um Sprichwörter über Tiere.

Quellen:

[1] https://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article116674539/Woher-kommt-das-Sprichwort-Besser-den-Spatz-in-der-Hand-als-eine-Taube-auf-dem-Dach.html

[2] Kube, Sigi: Wie kommt die Katze in den Sack und was weiß der Kuckuck davon?: Tierische Redewendungen und ihre Bedeutung“, München: Heyne Verlag (2011).

[3] http://www.sprichwoerter-redewendungen.de/redewendungen/wie-ein-phoenix-aus-der-asche/