{"id":1965,"date":"2017-12-22T14:20:34","date_gmt":"2017-12-22T14:20:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/?p=1965"},"modified":"2020-09-28T16:17:31","modified_gmt":"2020-09-28T16:17:31","slug":"adaptives-lernen-mit-einem-vokabelprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/rubriken\/lerntipps\/adaptives-lernen-mit-einem-vokabelprogramm\/","title":{"rendered":"Mit einem Vokabelprogramm adaptiv lernen"},"content":{"rendered":"[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;3.22&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;3.25&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.6.0&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_style=&#8220;solid&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Adaptive Lernsoftware, beispielsweise in Form von einem Vokabelprogramm f\u00fcr den Computer oder als App f\u00fcrs Handy, erlebte in den letzten Jahren einen regelrechten Hype in der Bildungslandschaft. Die Welt spricht von \u201cLernen 2.0\u201d oder \u201cE-Learning\u201d als Wunderwaffe im Kampf um individualisierte Bildung und Chancengleichheit. Die Versprechen sind ebenso gro\u00df wie die Visionen. Doch worin liegt die wallende Euphorie begr\u00fcndet und was sagt die Forschung zu den Prophezeiungen programmierter Lernprozesse?<\/p>\n<h2>Digitalisierung und Lernoptimierung<\/h2>\n<p>Kinder wachsen heutzutage in einer digitalisierten Umwelt auf. Sie lernen von klein auf, technische Ger\u00e4te zu bedienen und deren Vorteile zu nutzen. Die wachsende Selbstverst\u00e4ndlichkeit der Implementierung in unserem Alltag geht offensichtlich nicht nur f\u00fcr die \u201cdigital natives\u201d mit bestimmten Risiken einher, sondern ist auf gesamtgesellschaftlicher Ebene pr\u00e4sent und immer wieder gerne diskutiert. Hierzu z\u00e4hlt beispielsweise das wachsende, blinde Vertrauen auf moderne Technologien und die inflation\u00e4re Nutzung dieser, welche Gefahren des \u2018Realit\u00e4tsverlusts\u2019 und der Abh\u00e4ngigkeit mit sich bringen, sowie die Unterst\u00fctzung und Vorantreibung des aktuellen Kults permanenter Lebensoptimierung (Stichwort: gr\u00f6\u00dfer, schneller, besser). Der existentielle Diskurs um die potentiell negativen Einfl\u00fcsse der Digitalisierung auf unsere Umwelt soll hier nicht erneut aufgegriffen werden. Wir richten unseren Fokus stattdessen auf eine der vielen Chancen und positiven Konsequenzen moderner Technologie: die <strong>Personalisierung und Optimierung von Lernprozessen<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Erziehungswissenschaft, Psychologie, Kognitions- und Verhaltensforschung und Neurobiologie &#8211; sie alle setzen sich mit den elementaren Fragen des Lernens auseinander: Wie nehmen wir Informationen auf? Wie verarbeiten wir diese am effizientesten? Und wie lernen wir wohl am besten?<\/p>\n<p>Multimediales Lernen entspringt den wissenschaftlichen Erkenntnissen jener Forschungsbereiche und passt sich stets an den aktuellen Zeitgeist an. Mittlerweile gibt es zahlreiche Lernprogramme und Software, welche sich dem medialen Konzept\u00df des personalisierten und adaptiven Lernens annehmen. Auch f\u00fcr das eher komplexe Konstrukt der <strong>Sprachenlehre<\/strong> ist personalisiertes Lernen weltweit das Herzst\u00fcck bildungsorientierter Programme und es scheint ein allgemeines Einverst\u00e4ndnis dar\u00fcber zu herrschen, dass die Personalisierung von Lernprozessen eine der gro\u00dfen Herausforderungen des Bildungswesens im 20. Jahrhundert darstellt.<\/p>\n<h2>\u201cIch wei\u00df nicht, was soll es bedeuten\u2026\u201d &#8211; Eine Einordnung<\/h2>\n<p>Im Zuge der gro\u00dfen Begeisterung f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Bildungsm\u00f6glichkeiten, die uns adaptive Technologien bieten k\u00f6nnen, tauchen fortw\u00e4hrend Begriffe wie Personalisierung, Individualisierung und Differenzierung auf. F\u00fcr eine grobe Orientierung der Bedeutungen hinter diesen Bezeichnungen empfiehlt sich die Definition des U.S. Department of Education. Personalisierung meint demnach eine Art Sammelbegriff f\u00fcr Anpassungsprozesse auf bestimmte Nutzerinnen und Nutzer oder ein Zielpublikum. W\u00e4hrend bei der <strong>Individualisierung<\/strong> meist lediglich das Lerntempo an die jeweiligen Lernenden angepasst wird, inkludiert die <strong>Differenzierung<\/strong> auch die Anpassung von Aufgabenformen, Methoden und Hilfsmitteln. Die angestrebten Lernziele f\u00fcr Lernende bleiben allerdings in beiden F\u00e4llen gleich. Die <strong>Personalisierung<\/strong> wiederum stellt Lernenden den wohl flexibelsten Lernprozess zur Verf\u00fcgung, in dem alle relevanten Elemente, auch die Lernziele, speziell auf die Bed\u00fcrfnisse der Nutzenden angepasst sind.<\/p>\n<p>Ein Tr\u00e4umchen f\u00fcr jeden Lernenden, oder? Doch wird daraus ebenfalls ersichtlich, dass die Personalisierung von Lernprozessen eine schier unm\u00f6gliche Aufgabe f\u00fcr die manuelle didaktische Praxis darstellt, bedenkt man den zeitlichen, kognitiven, organisatorischen und finanziellen Aufwand, der auf Lehrkr\u00e4fte mit dieser Ambition zuk\u00e4me. <strong>Und genau hier setzt das Potential adaptiver Lernprogramme an.<\/strong><\/p>\n<p>Der urspr\u00fcnglichste Ansatz bildungsorientierter Technologien geht weiter in der Zeit zur\u00fcck, als man denken mag. In eine Zeit, in der Fotos noch schwarz-wei\u00df und das Internet noch Zukunftsmusik waren. Die damals entwickelten Lerntheorien sind auch heute noch relevant f\u00fcr die Gestaltung gegenw\u00e4rtiger Lernsoftware.<\/p>\n<h3>Ein kurzer R\u00fcckblick<\/h3>\n<p><img loading=\"-\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1966 alignright\" src=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-2-300x233.jpg\" alt=\"Klassenzimmer um 1940\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-2-300x233.jpg 300w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-2-768x598.jpg 768w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-2-1024x797.jpg 1024w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-2-1080x840.jpg 1080w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts br\u00fcteten die <strong>Behavioristen<\/strong>, allen voran der Psychologe B.F. Skinner, \u00fcber Experimenten, die uns psychobiologische Erkenntnisse \u00fcber das menschliche Lernverhalten liefern sollten. Im Zentrum der behavioristischen Forschung stand der Zusammenhang von Reiz und Reaktion und die Annahme, dass Lernen lediglich eine beobachtbare Verhaltens\u00e4nderung ist. Das Konzept der von Skinner entwickelten Lehrmaschinen, bei welchen die Lerninhalte in kleinen H\u00e4ppchen pr\u00e4sentiert werden und die anschlie\u00dfende R\u00fcckmeldung \u00fcber die Korrektheit der gegebenen Antwort automatisch geschieht, wird teilweise auch heute noch f\u00fcr Lernsoftware verwendet &#8211; so auch f\u00fcr Vokabelprogramme. Der lernpsychologische Stellenwert der Feedbackkultur wurde hier erstmals belegt. Die behavioristische Lerntheorie blendet allerdings wichtige, nicht beobachtbare (emotionale und metakognitive) Prozesse des Lernens aus und ist deshalb nicht g\u00e4nzlich mit modernen Ans\u00e4tzen vereinbar.<\/p>\n<p>Es folge der <strong>Kognitivismus<\/strong>, welcher sich auf die kognitiven Prozesse konzentrierte, die zwischen Reiz und Reaktion stattfinden und Lernen als Informationsverarbeitungsprozess definierte. Der daran anschlie\u00dfende <strong>Konstruktivismus<\/strong> vertrat schlie\u00dflich die Grundidee, dass die Einbettung neuen Wissens \u00fcber den Abruf und die Vernetzung vorhandenen Wissens geschieht und jede Person aktiv und selbstverantwortlich an der Konstruktion ihrer pers\u00f6nlichen Bildungsprozesse beteiligt ist. Die emotionale und motivationale Ebene von Lernprozessen kann bis heute nur leicht skizziert werden, da diese sehr individuell und nur bedingt beobachtbar ist. Die Schl\u00fcsselw\u00f6rter der bisherigen Forschung rund um die Motivation von Lernern treffen allerdings exakt den Nerv adaptiver Technologien: <strong>Lernende legen Wert auf Individualit\u00e4t, Aktualit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t und Multisensorik, also die Wissensaufnahme \u00fcber unterschiedliche Sinnesorgane.<\/strong><\/p>\n<h2>Versprechen und Funktionsweise<\/h2>\n<p>Das gro\u00dfe Versprechen, welches uns personalisiertes und adaptives Lernen zu liefern scheint, erz\u00e4hlt von individuell auf die Bed\u00fcrfnisse des Lerners angepassten Lernprozessen und damit verbundenen optimierten Lernchancen. Dahinter steckt eine vergleichsweise simple Technologie &#8211; Algorithmen f\u00fcr besseres Lernen.<\/p>\n<p>Adaptive Technologien erfassen die Interaktion zwischen dem Lerner und der Software, woraufhin <strong>Algorithmen<\/strong> anschlie\u00dfend die n\u00e4chsten Schritte im Lernprogramm bestimmen. In der einfachsten Umsetzung w\u00e4re dies, ob Lernende eine Aufgabe korrekt bearbeitet haben oder nicht und wie viel Zeit sie f\u00fcr die L\u00f6sung gebraucht haben. Je mehr Lernende mit dem adaptiven System interagieren, so wird konstatiert, desto besser werden die Empfehlungen, die das System liefern kann. Wenn die Information \u00fcber eine individuelle Person mit Informationen \u00fcber eine gro\u00dfe Anzahl von Lernenden verglichen wird, kann das adaptive System treffendere Empfehlungen geben, indem es schaut, was \u00e4hnlichen Lernenden geholfen hat.<\/p>\n<p><img loading=\"-\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1967 alignleft\" src=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-3-300x300.jpg\" alt=\"K\u00fcnstliche Intelligenz\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-3-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-3-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-3-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-3-440x440.jpg 440w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-3.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Die einfachsten adaptiven Systeme bestimmen im Voraus, wie die Daten von einem individuellen Lerner in Empfehlungen f\u00fcr personalisierte Lernwege m\u00fcnden. <strong>Cookies<\/strong> arbeiten nach einem sehr \u00e4hnlichen Prinzip. Falls sich manch einer fragt, woher die Werbeanzeigen auf Google oder Facebook oft genau zu wissen scheinen, was auf der eigenen imagin\u00e4ren Wunschliste steht &#8211; leider weniger Magie als technische Programmierung. Komplexere Systeme k\u00f6nnen <strong>Algorithmen der k\u00fcnstlichen Intelligenz und des Maschinenlernens<\/strong> nutzen, um bestimmte Muster in den riesigen Datenmengen zu finden und zu analysieren. F\u00fcr spezielle Lernsoftware kann so der Umfang des individuellen Wissensstandes (gemeinsam mit anderen Attributen des Lerners) abgeleitet werden, die Erfolgswahrscheinlichkeit kann vergr\u00f6\u00dfert und automatisierte Empfehlungen k\u00f6nnen in Echtzeit gegeben werden.<\/p>\n<p>Es scheint also nicht unangemessen, eine Motivationsf\u00f6rderung auf Seiten der Lernenden zu erwarten sowie verbesserte Lernergebnisse. Hinzu kommt, dass adaptives, personalisiertes Lernen in Zeiten von geschrumpften Bildungsbudgets das gro\u00dfe Potential hat, <strong>Bildungsm\u00f6glichkeiten zu erweitern, ohne die Kosten zu erh\u00f6hen<\/strong>. Es suggeriert uns eine Zukunft mit expandierenden, hochqualitativen und kosteng\u00fcnstigen Schulungen, welche f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Menge an Personen verf\u00fcgbar gemacht werden k\u00f6nnen. Einfach, schnell, spielerisch, modern, effektiv und nachhaltig sollen die Attribute f\u00fcr gute Lernprogramme sein. Aber best\u00e4tigt sich der erwartbare positive Einfluss auf die Lernerfolge auch in der Forschung?<\/p>\n<h3>Was sagt die Forschung?<\/h3>\n<p>Es gibt zahlreiche Problemstellen in der Forschung zum adaptiven Lernen. Zu allererst, wie wir gesehen haben, tragen adaptives Lernen und seine Daseinsberechtigung &#8211; Personalisierung &#8211; verschiedene Bedeutungen f\u00fcr unterschiedliche Leute. Zweitens wurde adaptive Technologie gar nicht lange genug eingesetzt, um zuverl\u00e4ssige Erkenntnisse dar\u00fcber zu erlauben. Drittens ist es, wie bei allen Forschungen im Bildungsbereich, sehr schwierig, die Anzahl der Variablen zu beschr\u00e4nken, wenn man eine hinreichend gro\u00dfe Menge an Lernenden untersucht, was folglich bestenfalls zaghafte Schlussfolgerungen hervorbringt. Zu guter Letzt wurden viele ver\u00f6ffentlichte Studien zum Lernerfolg durch adaptive Technologie im Auftrag adaptiver Vertreiber oder Unternehmen, die eine enge Verbindungen zu jenen aufweisen, durchgef\u00fchrt. Faktisch gibt es wenig bis keine \u00dcbereinstimmung dar\u00fcber, welche Beweise stark genug sein k\u00f6nnten, um bedeutsame Aussagen daraus abzuleiten.<\/p>\n<p>Den zahlreichen Berichten, die besagen, dass adaptives Lernen die Lernerfolge verbessert, k\u00f6nnen zahlreiche andere Berichte entgegengesetzt werden, die gar keine bis unerhebliche Effekte adaptiver Lernprogramme auf die Leistungen des Lerners res\u00fcmierten. <strong>Es fehlt an handfesten Beweisen.<\/strong> Die Forschungslage ist demnach sehr uneinheitlich und es wird konstatiert, dass es zur Zeit einfach nicht m\u00f6glich ist, daraus solide Schlussfolgerungen \u00fcber die Effektivit\u00e4t dieser Technologie zu ziehen.<\/p>\n<p>Der Einblick in die schwammige Forschung l\u00e4sst Lernenden nunmehr die Wahl, ob sie an die positiven Einfl\u00fcsse personalisierter Technologie glauben m\u00f6gen oder nicht. Priorit\u00e4t f\u00fcr das Funktionieren von Lernstrategien &#8211; manuell oder digital &#8211; ist und bleibt der<strong> Wille und die Motivation der Lernenden<\/strong>, sich mit einem bestimmten Lerninhalt und oder Medium auseinanderzusetzen.<\/p>\n<h2>Mit einem Vokabelprogramm Sprachen lernen<\/h2>\n<p>Innerhalb der Sprachenlehre hat sich das digitale Lernen vor allem auf morphologischer Ebene (zum Beispiel in Form von Grundwortschatz-\/ Vokabeltrainern) durchgesetzt und erreicht mit seiner Spannbreite an <strong>Individualisierungsm\u00f6glichkeiten<\/strong> ein heterogenes Publikum. Anf\u00e4nger sowie fortgeschrittene Sch\u00fcler zwischen Grundschule und Abitur, oder dar\u00fcber hinaus im Studium und der Erwachsenenbildung, profitieren von den Programmen. Diese werden oftmals online und kostenlos zum Test angeboten, um dem Nutzer erste Erfahrungen und einen anschlie\u00dfenden Vergleich der verschiedenen Systeme zu erm\u00f6glichen. Ein gutes Vokabelprogramm bietet neben den g\u00e4ngigen, schulischen Fremdsprachen wie Englisch, Franz\u00f6sisch, Spanisch oder Latein auch weniger g\u00e4ngige Sprachen wie Rum\u00e4nisch, Arabisch, Norwegisch oder Portugiesisch an oder entwickelt\u00a0spezielle Einheiten f\u00fcr DaZ- und DaF-Lerner. Dabei kann es f\u00fcr die Lernenden sehr sinnvoll sein, sich eine Lernsoftware anzueignen,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">die mit f\u00fchrenden Schulbuchverlagen wie Klett, Cornelsen oder Langenscheidt zusammenarbeitet<\/span><\/a>. So wird die didaktisch elementare Proportionalit\u00e4t zu Unterrichtseinheiten hergestellt und der Lerninhalt kann passgenau ausgew\u00e4hlt werden. Zus\u00e4tzlich hat sich f\u00fcr viele Nutzende die Funktion im Vokabelprogramm bew\u00e4hrt, eigene Vokabeln selbst ins System eingeben zu k\u00f6nnen, um dem Konzept der <strong>Personalisierung<\/strong> auf allen Ebenen gerecht zu werden und den Nutzer als Akteur seiner eigenen Lernprozesse zu definieren.<\/p>\n<p><img loading=\"-\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1968 size-medium\" src=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-4-klein-300x206.png\" alt=\"Lernen mit einem Vokabelprogramm\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-4-klein-300x206.png 300w, https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-4-klein.png 713w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Ein Vokabelprogramm erinnert in seinem systematischen Aufbau sehr an allgemeines Ged\u00e4chtnistraining, da es sich den lernpsychologischen Kern der \u201cspaced repetition\u201d zu Nutze macht. Dahinter steckt die Theorie, oder vielmehr wissenschaftliche Erkenntnis der Hirnforschung, dass sich neues Wissen besser im Langzeitged\u00e4chtnis verankert, wenn die Lerninhalte in immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Zeitabst\u00e4nden wiederholt bzw. abgefragt werden. Schwierige Lerninhalte werden wie bei einem manuellen<strong> Karteikarten-Stecksystem<\/strong> \u00f6fter und in k\u00fcrzeren Zeitabst\u00e4nden wiederholt, als die f\u00fcr den Lerner einfachen Inhalte. Die Leistung der Nutzenden bei der Aufgabenbearbeitung beeinflusst die Reihenfolge und Frequenz in welcher die individuellen Lerngegenst\u00e4nde den Lernenden pr\u00e4sentiert werden. Die Methode an sich ist recht simpel und altbekannt. Der Vorteil des medialen Lernens liegt vor allem in der <strong>Multisensorik<\/strong>. Digitale Lerninhalte werden in thematische Kategorien eingeteilt und k\u00f6nnen mit audiovisuellen Funktionen ausgestattet werden, sodass man die Vokabel nicht nur lesen, sondern sich auch die Aussprache und \u00dcbersetzung dieser anh\u00f6ren sowie mit einer bildlichen Repr\u00e4sentation (Foto, Symbol) verkn\u00fcpfen kann. <a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/rubriken\/lerntipps\/je-mehr-sinne-desto-hoeher-der-lernerfolg\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">Mehrkanaliges Lernen<\/span><\/a> hat positive Einfl\u00fcsse auf unsere Aufmerksamkeitsbereitschaft und erh\u00f6ht somit die Merkf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Geht es abseits vom reinen <a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/rubriken\/fakten-der-sprache\/der-deutsche-wortschatz\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">Wortschatz<\/span><\/a> um das Trainieren von komplexeren Grammatikregeln, unregelm\u00e4\u00dfigen Verben oder <a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/rubriken\/lerntipps\/rechtschreibung-neues-diktat-training-fuer-den-grundwortschatz-deutsch\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">Rechtschreibung<\/span><\/a>, st\u00f6\u00dft auch ein Vokabelprogramm teilweise an seine Grenzen bei der Visualisierung von schwer fassbaren Regelkonstrukten. Das hat allerdings auch einen Vorteil: Der Lerner muss die hei\u00df diskutierte, digitale Blindenbrille absetzen und wird auf den Boden der selbstverantwortlichen Tatsachen von Lernprozessen zur\u00fcckgeholt.<\/p>\n<p><strong>Am Ende des Tages ist es doch der Lerner selbst, der den Lernerfolg steuert.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n[<a href=\"http:\/\/www.cambridge.org\/elt\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/CambridgePapersinELT_AdaptiveLearning.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1<\/a>]\u00a0<span style=\"font-weight: 400;\">Cambridge University Press (2017): Personalization of language learning through adaptive technology.\u00a0<\/span><\/p>\n[<a href=\"http:\/\/www.elearning-psychologie.de\/einleitung_theorien.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00b2<\/a>]\u00a0<span style=\"font-weight: 400;\">Prof. Dr. Guenter Daniel Rey: E-Learning. Theorien, Gestaltungsempfehlungen und Forschung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitale Lernplattformen erfreuen sich gro\u00dfer Beliebtheit und versprechen besonders im Bereich des Sprachenlernens schnelle und langfristige Lernerfolge. Was die Forschung zum Lernen 2.0 sagt und wie digitale Lernmedien funktionieren erf\u00e4hrst du hier!<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":6421,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_yoast_wpseo_focuskw":"Vokabelprogramm","_yoast_wpseo_title":"","_yoast_wpseo_metadesc":"Mit einem adaptiven Vokabelprogramm spielerisch zum langfristigen Lernerfolg - so die vielversprechende Theorie. 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Die wachsende Selbstverst\u00e4ndlichkeit der Implementierung in unserem Alltag geht offensichtlich nicht nur f\u00fcr die \u201cdigital natives\u201d mit bestimmten Risiken einher, sondern ist auf gesamtgesellschaftlicher Ebene pr\u00e4sent und immer wieder gerne diskutiert. Hierzu z\u00e4hlt beispielsweise das wachsende, blinde Vertrauen auf moderne Technologien und die inflation\u00e4re Nutzung dieser, welche Gefahren des \u2018Realit\u00e4tsverlusts\u2019 und der Abh\u00e4ngigkeit mit sich bringen, sowie die Unterst\u00fctzung und Vorantreibung des aktuellen Kults permanenter Lebensoptimierung (Stichwort: gr\u00f6\u00dfer, schneller, besser). Der existentielle Diskurs um die potentiell negativen Einfl\u00fcsse der Digitalisierung auf unsere Umwelt soll hier nicht erneut aufgegriffen werden. Wir richten unseren Fokus stattdessen auf eine der vielen Chancen und positiven Konsequenzen moderner Technologie: die <strong>Personalisierung und Optimierung von Lernprozessen<\/strong>.<\/p><p>Die Erziehungswissenschaft, Psychologie, Kognitions- und Verhaltensforschung und Neurobiologie - sie alle setzen sich mit den elementaren Fragen des Lernens auseinander: Wie nehmen wir Informationen auf? Wie verarbeiten wir diese am effizientesten? Und wie lernen wir wohl am besten?<\/p><p>Multimediales Lernen entspringt den wissenschaftlichen Erkenntnissen jener Forschungsbereiche und passt sich stets an den aktuellen Zeitgeist an. Mittlerweile gibt es zahlreiche Lernprogramme und Software, welche sich dem medialen Konzept\u00df des personalisierten und adaptiven Lernens annehmen. Auch f\u00fcr das eher komplexe Konstrukt der <strong>Sprachenlehre<\/strong> ist personalisiertes Lernen weltweit das Herzst\u00fcck bildungsorientierter Programme und es scheint ein allgemeines Einverst\u00e4ndnis dar\u00fcber zu herrschen, dass die Personalisierung von Lernprozessen eine der gro\u00dfen Herausforderungen des Bildungswesens im 20. Jahrhundert darstellt.<\/p><h2>\u201cIch wei\u00df nicht, was soll es bedeuten\u2026\u201d - Eine Einordnung<\/h2><p>Im Zuge der gro\u00dfen Begeisterung f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Bildungsm\u00f6glichkeiten, die uns adaptive Technologien bieten k\u00f6nnen, tauchen fortw\u00e4hrend Begriffe wie Personalisierung, Individualisierung und Differenzierung auf. F\u00fcr eine grobe Orientierung der Bedeutungen hinter diesen Bezeichnungen empfiehlt sich die Definition des U.S. Department of Education. Personalisierung meint demnach eine Art Sammelbegriff f\u00fcr Anpassungsprozesse auf bestimmte Nutzerinnen und Nutzer oder ein Zielpublikum. W\u00e4hrend bei der <strong>Individualisierung<\/strong> meist lediglich das Lerntempo an die jeweiligen Lernenden angepasst wird, inkludiert die <strong>Differenzierung<\/strong> auch die Anpassung von Aufgabenformen, Methoden und Hilfsmitteln. Die angestrebten Lernziele f\u00fcr Lernende bleiben allerdings in beiden F\u00e4llen gleich. Die <strong>Personalisierung<\/strong> wiederum stellt Lernenden den wohl flexibelsten Lernprozess zur Verf\u00fcgung, in dem alle relevanten Elemente, auch die Lernziele, speziell auf die Bed\u00fcrfnisse der Nutzenden angepasst sind.<\/p><p>Ein Tr\u00e4umchen f\u00fcr jeden Lernenden, oder? Doch wird daraus ebenfalls ersichtlich, dass die Personalisierung von Lernprozessen eine schier unm\u00f6gliche Aufgabe f\u00fcr die manuelle didaktische Praxis darstellt, bedenkt man den zeitlichen, kognitiven, organisatorischen und finanziellen Aufwand, der auf Lehrkr\u00e4fte mit dieser Ambition zuk\u00e4me. <strong>Und genau hier setzt das Potential adaptiver Lernprogramme an.<\/strong><\/p><p>Der urspr\u00fcnglichste Ansatz bildungsorientierter Technologien geht weiter in der Zeit zur\u00fcck, als man denken mag. In eine Zeit, in der Fotos noch schwarz-wei\u00df und das Internet noch Zukunftsmusik waren. Die damals entwickelten Lerntheorien sind auch heute noch relevant f\u00fcr die Gestaltung gegenw\u00e4rtiger Lernsoftware.<\/p><h3>Ein kurzer R\u00fcckblick<\/h3><p><img class=\"size-medium wp-image-1966 alignright\" src=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-2-300x233.jpg\" alt=\"Klassenzimmer um 1940\" width=\"300\" height=\"233\" \/>Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts br\u00fcteten die <strong>Behavioristen<\/strong>, allen voran der Psychologe B.F. Skinner, \u00fcber Experimenten, die uns psychobiologische Erkenntnisse \u00fcber das menschliche Lernverhalten liefern sollten. Im Zentrum der behavioristischen Forschung stand der Zusammenhang von Reiz und Reaktion und die Annahme, dass Lernen lediglich eine beobachtbare Verhaltens\u00e4nderung ist. Das Konzept der von Skinner entwickelten Lehrmaschinen, bei welchen die Lerninhalte in kleinen H\u00e4ppchen pr\u00e4sentiert werden und die anschlie\u00dfende R\u00fcckmeldung \u00fcber die Korrektheit der gegebenen Antwort automatisch geschieht, wird teilweise auch heute noch f\u00fcr Lernsoftware verwendet - so auch f\u00fcr Vokabelprogramme. Der lernpsychologische Stellenwert der Feedbackkultur wurde hier erstmals belegt. Die behavioristische Lerntheorie blendet allerdings wichtige, nicht beobachtbare (emotionale und metakognitive) Prozesse des Lernens aus und ist deshalb nicht g\u00e4nzlich mit modernen Ans\u00e4tzen vereinbar.<\/p><p><br \/> Es folge der <strong>Kognitivismus<\/strong>, welcher sich auf die kognitiven Prozesse konzentrierte, die zwischen Reiz und Reaktion stattfinden und Lernen als Informationsverarbeitungsprozess definierte. Der daran anschlie\u00dfende <strong>Konstruktivismus<\/strong> vertrat schlie\u00dflich die Grundidee, dass die Einbettung neuen Wissens \u00fcber den Abruf und die Vernetzung vorhandenen Wissens geschieht und jede Person aktiv und selbstverantwortlich an der Konstruktion ihrer pers\u00f6nlichen Bildungsprozesse beteiligt ist. Die emotionale und motivationale Ebene von Lernprozessen kann bis heute nur leicht skizziert werden, da diese sehr individuell und nur bedingt beobachtbar ist. Die Schl\u00fcsselw\u00f6rter der bisherigen Forschung rund um die Motivation von Lernern treffen allerdings exakt den Nerv adaptiver Technologien: <strong>Lernende legen Wert auf Individualit\u00e4t, Aktualit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t und Multisensorik, also die Wissensaufnahme \u00fcber unterschiedliche Sinnesorgane.<\/strong><\/p><h2>Versprechen und Funktionsweise<\/h2><p>Das gro\u00dfe Versprechen, welches uns personalisiertes und adaptives Lernen zu liefern scheint, erz\u00e4hlt von individuell auf die Bed\u00fcrfnisse des Lerners angepassten Lernprozessen und damit verbundenen optimierten Lernchancen. Dahinter steckt eine vergleichsweise simple Technologie - Algorithmen f\u00fcr besseres Lernen.<\/p><p>Adaptive Technologien erfassen die Interaktion zwischen dem Lerner und der Software, woraufhin <strong>Algorithmen<\/strong> anschlie\u00dfend die n\u00e4chsten Schritte im Lernprogramm bestimmen. In der einfachsten Umsetzung w\u00e4re dies, ob Lernende eine Aufgabe korrekt bearbeitet haben oder nicht und wie viel Zeit sie f\u00fcr die L\u00f6sung gebraucht haben. Je mehr Lernende mit dem adaptiven System interagieren, so wird konstatiert, desto besser werden die Empfehlungen, die das System liefern kann. Wenn die Information \u00fcber eine individuelle Person mit Informationen \u00fcber eine gro\u00dfe Anzahl von Lernenden verglichen wird, kann das adaptive System treffendere Empfehlungen geben, indem es schaut, was \u00e4hnlichen Lernenden geholfen hat.<\/p><p><img class=\"size-medium wp-image-1967 alignleft\" src=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-3-300x300.jpg\" alt=\"K\u00fcnstliche Intelligenz\" width=\"300\" height=\"300\" \/><\/p><p>Die einfachsten adaptiven Systeme bestimmen im Voraus, wie die Daten von einem individuellen Lerner in Empfehlungen f\u00fcr personalisierte Lernwege m\u00fcnden. <strong>Cookies<\/strong> arbeiten nach einem sehr \u00e4hnlichen Prinzip. Falls sich manch einer fragt, woher die Werbeanzeigen auf Google oder Facebook oft genau zu wissen scheinen, was auf der eigenen imagin\u00e4ren Wunschliste steht - leider weniger Magie als technische Programmierung. Komplexere Systeme k\u00f6nnen <strong>Algorithmen der k\u00fcnstlichen Intelligenz und des Maschinenlernens<\/strong> nutzen, um bestimmte Muster in den riesigen Datenmengen zu finden und zu analysieren. F\u00fcr spezielle Lernsoftware kann so der Umfang des individuellen Wissensstandes (gemeinsam mit anderen Attributen des Lerners) abgeleitet werden, die Erfolgswahrscheinlichkeit kann vergr\u00f6\u00dfert und automatisierte Empfehlungen k\u00f6nnen in Echtzeit gegeben werden.<\/p><p>Es scheint also nicht unangemessen, eine Motivationsf\u00f6rderung auf Seiten der Lernenden zu erwarten sowie verbesserte Lernergebnisse. Hinzu kommt, dass adaptives, personalisiertes Lernen in Zeiten von geschrumpften Bildungsbudgets das gro\u00dfe Potential hat, <strong>Bildungsm\u00f6glichkeiten zu erweitern, ohne die Kosten zu erh\u00f6hen<\/strong>. Es suggeriert uns eine Zukunft mit expandierenden, hochqualitativen und kosteng\u00fcnstigen Schulungen, welche f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Menge an Personen verf\u00fcgbar gemacht werden k\u00f6nnen. Einfach, schnell, spielerisch, modern, effektiv und nachhaltig sollen die Attribute f\u00fcr gute Lernprogramme sein. Aber best\u00e4tigt sich der erwartbare positive Einfluss auf die Lernerfolge auch in der Forschung?<\/p><h3>Was sagt die Forschung?<\/h3><p>Es gibt zahlreiche Problemstellen in der Forschung zum adaptiven Lernen. Zu allererst, wie wir gesehen haben, tragen adaptives Lernen und seine Daseinsberechtigung - Personalisierung - verschiedene Bedeutungen f\u00fcr unterschiedliche Leute. Zweitens wurde adaptive Technologie gar nicht lange genug eingesetzt, um zuverl\u00e4ssige Erkenntnisse dar\u00fcber zu erlauben. Drittens ist es, wie bei allen Forschungen im Bildungsbereich, sehr schwierig, die Anzahl der Variablen zu beschr\u00e4nken, wenn man eine hinreichend gro\u00dfe Menge an Lernenden untersucht, was folglich bestenfalls zaghafte Schlussfolgerungen hervorbringt. Zu guter Letzt wurden viele ver\u00f6ffentlichte Studien zum Lernerfolg durch adaptive Technologie im Auftrag adaptiver Vertreiber oder Unternehmen, die eine enge Verbindungen zu jenen aufweisen, durchgef\u00fchrt. Faktisch gibt es wenig bis keine \u00dcbereinstimmung dar\u00fcber, welche Beweise stark genug sein k\u00f6nnten, um bedeutsame Aussagen daraus abzuleiten.<\/p><p>Den zahlreichen Berichten, die besagen, dass adaptives Lernen die Lernerfolge verbessert, k\u00f6nnen zahlreiche andere Berichte entgegengesetzt werden, die gar keine bis unerhebliche Effekte adaptiver Lernprogramme auf die Leistungen des Lerners res\u00fcmierten. <strong>Es fehlt an handfesten Beweisen.<\/strong> Die Forschungslage ist demnach sehr uneinheitlich und es wird konstatiert, dass es zur Zeit einfach nicht m\u00f6glich ist, daraus solide Schlussfolgerungen \u00fcber die Effektivit\u00e4t dieser Technologie zu ziehen.<\/p><p>Der Einblick in die schwammige Forschung l\u00e4sst Lernenden nunmehr die Wahl, ob sie an die positiven Einfl\u00fcsse personalisierter Technologie glauben m\u00f6gen oder nicht. Priorit\u00e4t f\u00fcr das Funktionieren von Lernstrategien - manuell oder digital - ist und bleibt der<strong> Wille und die Motivation der Lernenden<\/strong>, sich mit einem bestimmten Lerninhalt und oder Medium auseinanderzusetzen.<\/p><h2>Mit einem Vokabelprogramm Sprachen lernen<\/h2><p>Innerhalb der Sprachenlehre hat sich das digitale Lernen vor allem auf morphologischer Ebene (zum Beispiel in Form von Grundwortschatz-\/ Vokabeltrainern) durchgesetzt und erreicht mit seiner Spannbreite an <strong>Individualisierungsm\u00f6glichkeiten<\/strong> ein heterogenes Publikum. Anf\u00e4nger sowie fortgeschrittene Sch\u00fcler zwischen Grundschule und Abitur, oder dar\u00fcber hinaus im Studium und der Erwachsenenbildung, profitieren von den Programmen. Diese werden oftmals online und kostenlos zum Test angeboten, um dem Nutzer erste Erfahrungen und einen anschlie\u00dfenden Vergleich der verschiedenen Systeme zu erm\u00f6glichen. Ein gutes Vokabelprogramm bietet neben den g\u00e4ngigen, schulischen Fremdsprachen wie Englisch, Franz\u00f6sisch, Spanisch oder Latein auch weniger g\u00e4ngige Sprachen wie Rum\u00e4nisch, Arabisch, Norwegisch oder Portugiesisch an oder entwickelt\u00a0spezielle Einheiten f\u00fcr DaZ- und DaF-Lerner. Dabei kann es f\u00fcr die Lernenden sehr sinnvoll sein, sich eine Lernsoftware anzueignen,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">die mit f\u00fchrenden Schulbuchverlagen wie Klett, Cornelsen oder Langenscheidt zusammenarbeitet<\/span><\/a>. So wird die didaktisch elementare Proportionalit\u00e4t zu Unterrichtseinheiten hergestellt und der Lerninhalt kann passgenau ausgew\u00e4hlt werden. Zus\u00e4tzlich hat sich f\u00fcr viele Nutzende die Funktion im Vokabelprogramm bew\u00e4hrt, eigene Vokabeln selbst ins System eingeben zu k\u00f6nnen, um dem Konzept der <strong>Personalisierung<\/strong> auf allen Ebenen gerecht zu werden und den Nutzer als Akteur seiner eigenen Lernprozesse zu definieren.<\/p><p><img class=\"alignright wp-image-1968 size-medium\" src=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C2-4-klein-300x206.png\" alt=\"Lernen mit einem Vokabelprogramm\" width=\"300\" height=\"206\" \/><\/p><p>Ein Vokabelprogramm erinnert in seinem systematischen Aufbau sehr an allgemeines Ged\u00e4chtnistraining, da es sich den lernpsychologischen Kern der \u201cspaced repetition\u201d zu Nutze macht. Dahinter steckt die Theorie, oder vielmehr wissenschaftliche Erkenntnis der Hirnforschung, dass sich neues Wissen besser im Langzeitged\u00e4chtnis verankert, wenn die Lerninhalte in immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Zeitabst\u00e4nden wiederholt bzw. abgefragt werden. Schwierige Lerninhalte werden wie bei einem manuellen<strong> Karteikarten-Stecksystem<\/strong> \u00f6fter und in k\u00fcrzeren Zeitabst\u00e4nden wiederholt, als die f\u00fcr den Lerner einfachen Inhalte. Die Leistung der Nutzenden bei der Aufgabenbearbeitung beeinflusst die Reihenfolge und Frequenz in welcher die individuellen Lerngegenst\u00e4nde den Lernenden pr\u00e4sentiert werden. Die Methode an sich ist recht simpel und altbekannt. Der Vorteil des medialen Lernens liegt vor allem in der <strong>Multisensorik<\/strong>. Digitale Lerninhalte werden in thematische Kategorien eingeteilt und k\u00f6nnen mit audiovisuellen Funktionen ausgestattet werden, sodass man die Vokabel nicht nur lesen, sondern sich auch die Aussprache und \u00dcbersetzung dieser anh\u00f6ren sowie mit einer bildlichen Repr\u00e4sentation (Foto, Symbol) verkn\u00fcpfen kann. <a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/magazin\/lerntipps\/je-mehr-sinne-desto-hoeher-der-lernerfolg\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">Mehrkanaliges Lernen<\/span><\/a> hat positive Einfl\u00fcsse auf unsere Aufmerksamkeitsbereitschaft und erh\u00f6ht somit die Merkf\u00e4higkeit.<\/p><p>Geht es abseits vom reinen <a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/magazin\/fakten-der-sprache\/der-deutsche-wortschatz\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">Wortschatz<\/span><\/a> um das Trainieren von komplexeren Grammatikregeln, unregelm\u00e4\u00dfigen Verben oder <a href=\"https:\/\/www.phase-6.de\/magazin\/magazin\/lerntipps\/rechtschreibung-neues-diktat-training-fuer-den-grundwortschatz-deutsch\/\"><span style=\"color: #fc7c00;\">Rechtschreibung<\/span><\/a>, st\u00f6\u00dft auch ein Vokabelprogramm teilweise an seine Grenzen bei der Visualisierung von schwer fassbaren Regelkonstrukten. Das hat allerdings auch einen Vorteil: Der Lerner muss die hei\u00df diskutierte, digitale Blindenbrille absetzen und wird auf den Boden der selbstverantwortlichen Tatsachen von Lernprozessen zur\u00fcckgeholt.<\/p><p>Am Ende des Tages ist es doch der Lerner selbst, der den Lernerfolg steuert.<\/p><p>\u00a0<\/p><p>Quellen:<\/p><p>[<a href=\"http:\/\/www.cambridge.org\/elt\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/CambridgePapersinELT_AdaptiveLearning.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1<\/a>]\u00a0<span style=\"font-weight: 400;\">Cambridge University Press (2017): Personalization of language learning through adaptive technology.\u00a0<\/span><\/p><p>[<a href=\"http:\/\/www.elearning-psychologie.de\/einleitung_theorien.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00b2<\/a>]\u00a0<span style=\"font-weight: 400;\">Prof. Dr. Guenter Daniel Rey: E-Learning. Theorien, Gestaltungsempfehlungen und Forschung<\/span><\/p>","_et_gb_content_width":"","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[63,67],"tags":[],"class_list":["post-1965","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lerntipps","category-medien-und-digitalisierung","et-has-post-format-content","et_post_format-et-post-format-standard"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Mit einem Vokabelprogramm adaptiv lernen - phase6 Magazin<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Mit einem adaptiven Vokabelprogramm spielerisch zum langfristigen Lernerfolg - so die vielversprechende Theorie. 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