Die französische Sprache ist für ihre wohlklingenden Wörter bekannt. Tatsächlich verwenden wir auch im Deutschen viele dieser französischen Wörter im Alltag. So peppen wir Outfits mit Accessoires auf, sprühen uns mit Parfüm ein oder ärgern uns über ein Malheur. An den richtigen Stellen eingesetzt, machen diese und viele weitere französische Lehnwörter auch in Texten mächtig Eindruck!

Darum kommen französische Lehnwörter im Deutschen so häufig vor

Sprache befindet sich in einem ständigen Wandel. Einer der Gründe dafür ist der Einfluss anderer Sprachen, der schon immer dafür sorgte, dass Fremdwörter den Weg in den allgemeinen Sprachgebrauch fanden. Auch der französische Einfluss auf die deutsche Sprache ist offensichtlich. 

Die Tatsache, dass wir im Deutschen heute so viele französische Wörter im Alltag verwenden, ist auf die politische und kulturelle Verbundenheit mit Frankreich zurückzuführen. Sie besteht bereits seit dem Mittelalter. An den Höfen Europas, also auch hierzulande, sprach man zu dieser Zeit hauptsächlich Französisch. Zudem gehen viele mittlerweile eingedeutschte französische Begrifflichkeiten auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und insbesondere auf die Zeit der französischen Besatzung durch Napoleon zurück.

Ein wichtiger Unterschied: Französische Fremdwörter oder Lehnwörter?

Oft bezeichnen wir im alltäglichen Sprachgebrauch verwendete Wörter fälschlich als Fremdwörter, wenn sie sich optisch und/oder in puncto Aussprache von der deutschen Sprache abheben. Bei ihnen handelt es sich jedoch meist nicht um Fremdwörter, sondern um Lehnwörter. Was genau ist hier der Unterschied?

Fremdwörter...

weichen stark von den Normen der eigentlichen Sprache ab; werden von Personen mit anderer Erstsprache augenblicklich als fremd erkannt.

Lehnwörter...

wurden aus der anderen Sprache aufgenommen; haben sich an das neue Sprachsystem angepasst.
Viele Lehnwörter haben sich so an die aufnehmende Sprache angepasst, dass wir sie heute nicht einmal mehr als fremd wahrnehmen. Zwei der bekanntesten Beispiele für französische Wörter im Deutschen mit angepasster Graphematik:

  • das Büro von le bureau
  • das Möbel von le meuble

Französische Wörter im Alltag: Unklar, ob alle Gallizismen wirklich aus Frankreich stammen

Tatsächlich bilden Entlehnungen aus dem Französischen die zweitgrößte Gruppe von Lehnwörtern im Deutschen. Auf Platz eins rangiert übrigens die lateinische Sprache. Nicht immer ist nachvollziehbar, ob die Wörter direkt aus dem Französischen übernommen wurden oder ob Französisch lediglich als vermittelnde Sprache diente. 

Auch wenn es strittig ist, ob eingedeutschte französische Wörter auch wirklich ihren Ursprung in Frankreich haben oder nur über einen Umweg zu uns gelangt sind: Sie alle bezeichnen wir als Gallizismen. Der Begriff bezieht sich dabei nicht nur auf einzelne Wörter, sondern auch auf ganze Sätze oder Redewendungen.

Liste bekannter deutscher Wörter aus dem Französischen: So französisch ist Deutsch

Womöglich ist dir noch gar nicht bewusst, dass du tagtäglich zahlreiche französische Wörter im Deutschen benutzt. Während du einigen Begriffen ihre Herkunft sofort ansehen oder anhören kannst, ist der Ursprung bei anderen nicht sofort ersichtlich. Du wirst überrascht sein, wie viele französische Lehnwörter es in der deutschen Sprache gibt. Die bekanntesten haben wir in einer Liste gesammelt – voilà!

A
  • das Abonnement – Bestellung, Bezug
  • das Accessoire – Zubehör
  • Adieu! – Lebewohl!
  • die Adresse – Anschrift
  • der Affront – Schmähung, Beleidigung, Kränkung
  • der Akteur – handelnde Person
  • à la carte – frei aus der Speisekarte auswählen
  • der Alarm – Notsignal
  • die Allüre – Gehabe, seltsames Benehmen
  • das Amüsement – Zeitvertreib, Vergnügen
  • apart – elegant, reizend
  • apropos – übrigens, nebenbei bemerkt
  • arrogant – eingebildet
  • das Atelier – Studio, Werkstatt
  • Au revoir! – Auf Wiedersehen!
B
  • die Bagage – Gesindel
  • die Balance – Gleichgewicht
  • der Balkon – betretbarer, offener Vorbau eines Gebäudes
  • der Bankier – Banker, Bankangestellter
  • die Bagatelle – Kleinigkeit, Lappalie, Nebensächlichkeit
  • beige – helle, bräunliche Farbe
  • die Blessur – Verwundung, Verletzung
  • das Bonbon – Süßigkeit aus Zucker zum Lutschen 
  • der Boulevard –(Pracht)straße
  • die Bredouille – Bedrängnis, Dilemma
  • das Büro – Arbeitsort
C
  • die Camouflage – Tarnung
  • C’est la vie! – So ist das Leben!
  • Chapeau! – Respekt!, Hut ab!
  • der Charme – Anmut, Liebreiz
  • der Chauffeur – Fahrer
  • der Clou – Highlight, Pointe
  • die Contenance – Fassung, Selbstbeherrschung
  • die Courage – Mut
  • der Cousin, die Cousine
  • Creme de la Creme – erlesener Kreis, die Besten der Besten
D
  • d’accord – mit jemandem oder einem Vorschlag einverstanden sein
  • das Debakel – Zusammenbruch, Niederlage
  • das Debüt – erster Auftritt, Einstand
  • das Defizit – Mangel
  • das Déjà-vu – das Gefühl, ein Erlebnis schon einmal gehabt zu haben
  • das Dekolleté – Halsausschnitt an Damen-Oberteil
  • die Dekoration – Schmuck, Verschönerung
  • der Disput – Meinungsverschiedenheit, Streit
  • die Dublette – Duplikat
E
  • das Emblem – Logo, Symbol
  • Enfant terrible – Provokateur
  • das Engagement – Einsatz, Teilnahme
  • en vogue – aktuell modern
  • der Esprit – Witz, Geist
  • die Etage – Stockwerk
  • das Exposé – schriftliche Darstellung, Übersicht
F
  • der Faible – Neigung, Vorliebe
  • die Farce – Posse, Karikatur
  • die Fasson (auch: Façon) – Stil, Wesen, Passform 
  • der Fauxpas – Entgleisung, Fehltritt, Taktlosigkeit
G
  • der Garant – Bürge
  • die Garantie – Sicherheit
  • die Girlande – dekoratives Band aus Papier, Blumen, Blättern etc.
  • der Gourmet – Feinschmecker
H
  • die Haute Couture – gehobene Schneiderei oder Mode
  • die Hommage – Huldigung
  • das Hotel – Gasthaus, Unterkunft
I
das Interieur – Inneneinrichtung
J
  • die Jalousie – Rollo, Rollladen
  • der Jargon – spezieller Wortschatz
  • jonglieren – artistisches Fangen und Werfen von Bällen
K
  • das Kalkül – Berechnung
  • die Kantine – Betriebsrestaurant
  • die Kartonage – Verpackung aus Karton
  • das Karussell – Fahrgeschäft auf Jahrmarkt
L
  • Laissez-faire – Gewährenlassen
  • die Liaison – Verhältnis, Liebschaft
M
  • das Malheur – Missgeschick
  • die Manege – Bühne im Zirkus
  • das Mannequin – Model
  • die Marotte – seltsame Angewohnheit
  • die Massage – Lockerung der Museln mit den Händen
  • Ménage-à-trois – Dreiecksverhältnis
  • menno! – oh nein!
  • das Metier – Fachgebiet
  • die Misere – Notlage
  • Mon Dieu! – Meine Güte! Mein Gott!
  • die Montage – Zusammenbau, Aufbau
  • die Möbel – Einrichtungsgegenstände
N
  • der Necessaire – Kulturtasche
  • die Noblesse – Vornehmheit
  • die Nonchalance – Lässigkeit
  • die Nuance – Abstufung, Schattierung
O
  •  der Odeur – angenehmer Geruch
P
  • Pardon! – Entschuldigung!
  • par excellence – schlechthin
  • das Parfüm – Duftstoff
  • die Passage – Durchgang
  • das Pendant – Entsprechung, Gegenstück
  • die Petitetesse – Kleinigkeit
  • peu à peu – nach und nach
  • das Pläsier – Vergnügen
  • das Portemonnaie – Geldbörse
  • das Potpourri – Allerlei, Mix
  • die Promenade – Spazierweg
Q
  • der Queue – Spielstock beim Billard
R
  • die Rage – Wut
  • das Reglement – Regelwerk
  • das Rendezvous – Verabredung, Date
  • das Renommee – Ansehen, Ruf
  • das Resümee – Fazit
  • die Revue – Show, Zeitschrift
  • die Romanze – romantische Beziehung
S
  • das Salär – Gehalt
  • der Salon – Ausstellungsraum, Gesellschaftszimmer
  • schick – modisch, stilvoll
  • die Silhouette – Umriss
  • das Souvenir – Andenken, Mitbringsel
T
  • das Tableau – Tafel, Tabelle
  • der Teint – Gesichtsfarbe
  • das Tête-à-Tête – Zweisamkeit
  • das Timbre – Klangfarbe
  • die Tirade – Redeschwall
  • die Tour – Ausflug, Rundfahrt
  • die Trance – dämmriger Zustand zwischen Wachsein und Schlafen
  • die Tristesse – Trübseligkeit
  • das Turnier – sportliche Veranstaltung mit diversen Duellen
V
  • die Visage – Gesicht
  • Vis-à-vis – gegenüber
  • Voilà! – Sieh da!
W
  • der Waggon – Eisenbahnwagen
Z
  • die Zigarette – Genussmittel mit Tabak zum Rauchen

Vorsicht vor Scheingallizismen: Deutsche Wörter, die nur augenscheinlich aus dem Französischen stammen

In der deutschen Sprache finden sich jedoch auch Wörter, die auf den ersten Blick aus dem Französischen zu kommen scheinen, es aber nicht tun. Man spricht hier von sogenannten Scheingallizismen, die eigentlich gar keine französische Herkunft haben. Die bekanntesten Beispiele sind folgende:

  • die Blamage – la honte
  • die Friseurin, der Friseur – la coiffeuse, le coiffeur
  • die Gardine – le rideau
  • das Kuvert – l’enveloppe
  • die Staffage – l’équipement
  • das Trikot – le maillot

Noch mehr Hilfe beim Lernen: Vokabeln pauken mit phase6

Das Beste: Dass es im Deutschen so viele Lehnwörter gibt, hilft dir letztlich auch beim Lernen. Schließlich brauchst du dir so ein paar Vokabeln weniger merken. Du willst dein Französischwissen noch weiter verbessern? Lade dir unseren Französisch-Vokabeltrainer auf dein Smartphone oder Tablet und lerne neue Vokabeln, wann und wo immer du willst!